Haben Sie sich beim Kauf von Außenleuchten schon einmal über die IP-Klassifizierung von Außenleuchten gewundert? Warum funktionieren manche Leuchten auch bei starkem Regen einwandfrei, während andere schon nach einem leichten Schauer kaputt gehen? Die Antwort liegt in der IP-Schutzklasse, die die Staub- und Wasserbeständigkeit der Leuchte bestimmt.
Ob Gartenbeleuchtung, Landschaftsbeleuchtung oder Außenwandleuchten, Die Wahl der falschen IP-Schutzart kann zu Schäden an der Leuchte, Kurzschlüssen und sogar zu Sicherheitsrisiken führen. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Bedeutung der IP-Schutzarten, gängige Schutzarten und anwendbare Szenarien schnell zu verstehen und klärt Sie über häufige Missverständnisse während des Kaufprozesses auf.
Inhaltsübersicht
Was ist eine IP-Bewertung?
Die Schutzart (Ingress Protection Rating) ist eine international anerkannte Norm zur Bewertung des Schutzniveaus elektronischer Geräte (z. B. Beleuchtungskörper) gegen feste Fremdkörper (z. B. Staub) und Flüssigkeiten (z. B. Wasser). Sie wurde von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) festgelegt und wird häufig bei Außenbeleuchtungen, Industrieanlagen, Smartphones und in anderen Bereichen verwendet. Eine IP-Klassifizierung besteht aus den Buchstaben “IP” gefolgt von zwei Ziffern, zum Beispiel: IP65.
Die erste Ziffer steht für die Staubschutzstufe, die von 0 bis 6 reicht.
Die zweite Ziffer steht für die Wasserschutzstufe, die von 0 bis 9 reicht.
Höhere Zahlen bedeuten einen besseren Schutz. Bei Beleuchtungsanlagen für den Außenbereich bedeutet eine höhere IP-Klassifizierung im Allgemeinen eine bessere Wetterbeständigkeit und eine längere Lebensdauer.

Wie IP-Ratings strukturiert sind
Eine IP-Einstufung besteht in der Regel aus zwei Ziffern im Format IPXX, wobei:
Die erste Ziffer (0-6): Staubschutzstufe
Die zweite Ziffer (0-9): Wasserschutzstufe
Staubschutzklasse (erste Ziffer)
| Nummer | Schutzniveau |
| 0 | Kein Schutz |
| 1 | Schutz gegen Gegenstände ≥ 50 mm (z. B. Hände) |
| 2 | Schutz gegen Gegenstände ≥ 12,5 mm (z. B. Finger) |
| 3 | Schutz gegen Gegenstände ≥ 2,5 mm (z. B. Werkzeuge) |
| 4 | Schutz gegen Gegenstände ≥ 1 mm (z. B. feine Drähte) |
| 5 | Staubgeschützt (begrenztes Eindringen, beeinträchtigt den Betrieb nicht) |
| 6 | Vollständig staubdicht (kein Eindringen von Staub) |
Wasserdichtigkeit (zweite Stelle)
| Nummer | Schutzniveau |
| 0 | Kein Schutz |
| 1 | Schutz gegen senkrecht fallende Wassertropfen |
| 2 | Schutz gegen Wassertropfen, die in einem Winkel von 15° fallen |
| 3 | Schutz gegen Sprühwasser (innerhalb von 60°) |
| 4 | Schutz gegen Spritzwasser (aus allen Richtungen) |
| 5 | Schutz gegen Niederdruckwasserstrahlen (6,3 mm Düse) |
| 6 | Schutz gegen starken Wasserstrahl (12,5 mm Düse) |
| 7 | Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (1m, 30 Minuten) |
| 8 | Schutz gegen dauerndes Untertauchen (über 1 m, vom Hersteller angegeben) |
| 9 | Schutz gegen Hochtemperatur- und Hochdruckwasserstrahlen (geeignet für Reinigungsgeräte) |
Beispiele:
• IP44 = Schutz gegen feste Gegenstände größer als 1 mm + Schutz gegen Spritzwasser
• IP65 = Vollständiger Staubschutz + Schutz gegen Niederdruckwasserstrahlen
• IP68 = Vollständiger Staubschutz + Schutz gegen längeres Untertauchen in Wasser
Welches sind die üblichen IP-Bewertungen für Außenleuchten?
Im Bereich der Außenbeleuchtung ist die Kenntnis der IP-Schutzarten für Außenanwendungen entscheidend für die Auswahl der richtigen Leuchte. Zu den gängigsten IP-Schutzarten gehören IP44, IP54, IP65, IP66, IP67 und IP68. Jede Schutzart hat ihre spezifischen Anwendungsszenarien und Schutzmerkmale.
IP44 ist eine Einstiegsoption innerhalb der IP-Bewertung für die Kategorie Außenbeleuchtung. Sie eignet sich für halbwegs geschützte Außenbereiche, wie z. B. Balkone, Flure oder überdachte Terrassen. Obwohl der Schutzgrad begrenzt ist, reicht er für Bereiche aus, die nicht häufig rauen Wetterbedingungen ausgesetzt sind.
IP54 verbessert die Staubbeständigkeit im Vergleich zu IP44 bei gleichzeitiger Beibehaltung des Spritzwasserschutzes. Was die IP-Schutzart für den Außenbereich betrifft, so eignet sich diese Stufe für allgemeine Außenumgebungen wie z. B. Innenhofbeleuchtungen in Wohngebieten und Straßenbeleuchtungen in Gemeinden. Sie funktioniert in staubigen Umgebungen zuverlässiger als Optionen mit niedrigerem Schutzgrad.
IP65 ist derzeit die am weitesten verbreitete IP-Klassifizierung für Außenbeleuchtungsarmaturen. Sie bietet vollständigen Staubschutz und Widerstand gegen Strahlwasser. Leuchten mit dieser Einstufung halten Regen, Wind, Sand und der routinemäßigen Reinigung mit Druckwasser stand und sind damit ideal für Straßenbeleuchtung, Parklandschaften und kommerzielle Plätze.
IP66 erhöht die Wasserdichtigkeit über IP65 hinaus, so dass die Leuchte auch starkem Strahlwasser standhalten kann. Aus Sicht der IP-Bewertung für den Außenbereich eignet sich diese Stufe besonders für Standorte, die häufig mit Hochdruck gereinigt werden müssen, wie Industrieparks, Häfen und Docks sowie Autowaschanlagen.
IP67 bietet einen kurzzeitigen Schutz gegen Eintauchen und stellt sicher, dass die Leuchte versiegelt bleibt, auch wenn sie vorübergehend untergetaucht ist. Diese IP-Einstufung für Lösungen für den Außenbereich eignet sich gut für Bereiche, in denen sich Wasser ansammeln kann, z. B. in niedrig gelegenen Gebieten, in Bereichen mit schlechtem Abfluss oder bei eingegrabenen Landschaftsbeleuchtungsanlagen.
IP68 ist die höchste IP-Schutzart für den Außenbereich, die ein langfristiges Untertauchen und den Dauerbetrieb unter Wasser ermöglicht. Im Gegensatz zur Schutzart IP67, die nur kurzzeitiges Untertauchen zulässt, ist die Schutzart IP68 so ausgelegt, dass sie einem höheren Wasserdruck und längerem Untertauchen standhält. Diese Schutzart ist speziell für Unterwasseranwendungen wie z. B. Schwimmbadbeleuchtungen vorgesehen, Springbrunnenleuchten, und Schwimmbadbeleuchtungen. IP68-zertifizierte Leuchten verwenden in der Regel fortschrittliche Dichtungstechnologien und spezielle Materialien, um eine stabile Leistung in langfristigen Unterwasserumgebungen zu gewährleisten.
Welche IP-Bewertung für Außenleuchten ist erforderlich? Empfehlungen für verschiedene Szenarien
Bei der Wahl der geeigneten IP-Schutzart für Außenleuchten müssen die Installationsumgebung, die Einsatzbedingungen und das Budget berücksichtigt werden. Die Anforderungen an den Schutzgrad variieren je nach Anwendungsszenario erheblich.
Für Wohngärten und Balkone ist die Schutzart IP44 oder IP54 für Außenleuchten in der Regel ausreichend. Diese Bereiche sind relativ geschützt und nicht häufig rauen Wetterbedingungen ausgesetzt. Die Schutzart IP44 schützt vor alltäglichem Spritzwasser, während die Schutzart IP54 eine verbesserte Staubbeständigkeit bietet und somit für staubige Umgebungen geeignet ist.
Für gewerbliche Bereiche und öffentliche Plätze wird eine IP65-Schutzart für Außenleuchten empfohlen. Diese Orte sind stark frequentiert und unterliegen komplexeren Umweltbedingungen, die einen höheren Schutzgrad erfordern, um eine langfristige, stabile Beleuchtungsleistung zu gewährleisten. IP65 kann Regen, Wind und routinemäßigem Wasserdruck während der Reinigung und Wartung standhalten.
Industriegebiete und raue Umgebungen erfordern in der Regel eine Schutzart von IP66 oder höher für Außenleuchten. An solchen Standorten sind sie oft starkem Staub, Chemikalien oder häufigen Hochdruckreinigungen ausgesetzt. IP66 bietet einen starken wasserdichten Schutz und gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb unter anspruchsvollen Bedingungen.
In Küstengebieten und Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit sollten Außenleuchten die Schutzart IP67 aufweisen. Salzsprühnebel und anhaltende Feuchtigkeit erhöhen das Korrosionsrisiko erheblich, so dass eine verbesserte Abdichtung unerlässlich ist. Der vorübergehende Schutz durch Eintauchen nach IP67 bietet zusätzliche Sicherheit in diesen schwierigen Umgebungen.
Für Bodeninstallationen und Wasserspielbeleuchtungen muss die Schutzart IP67 oder IP68 für Außenleuchten verwendet werden. Diese Leuchten stehen in direktem Kontakt mit Wasser und benötigen den höchsten Grad an Wasserdichtigkeit. IP68 unterstützt den langfristigen Unterwasserbetrieb und ist damit die bevorzugte Wahl für Unterwasserbeleuchtungsanwendungen.
Die Beziehung zwischen IP-Bewertung und Produktlebensdauer und -sicherheit
Die IP-Klassifizierung steht in engem Zusammenhang mit der Lebensdauer von Außenbeleuchtungsanlagen. Eine angemessene IP-Einstufung verlängert nicht nur die Lebensdauer des Produkts, sondern erhöht auch die Sicherheit erheblich.
Im Hinblick auf die Lebensdauer haben Leuchten mit einer höheren IP-Klassifizierung im Allgemeinen eine bessere Dichtungsleistung, die das Eindringen von Feuchtigkeit und Staub in das Innere wirksam verhindert. Selbst eine geringe Menge an eingedrungener Feuchtigkeit kann zu Korrosion auf der Leiterplatte, Kurzschlüssen oder beschleunigter Alterung der Komponenten führen. Staubansammlungen können die Wärmeableitung beeinträchtigen, so dass der LED-Chip überhitzt und vorzeitig ausfällt.
Bei Leuchten mit hoher IP-Einstufung werden bessere Dichtungsmaterialien und -verfahren bei der Konstruktion und Herstellung verwendet, z. B. hochwertige Silikondichtringe und eine präzise Oberflächenbehandlung der Verbindungsstellen. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur den Schutz, sondern auch die allgemeine strukturelle Festigkeit des Produkts. In der Praxis haben Leuchten der Schutzart IP65 in der Regel eine 30-50% längere Lebensdauer als Produkte der Schutzart IP44.
Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit steht die IP-Schutzart in direktem Zusammenhang mit der elektrischen Sicherheit. Das Eindringen von Feuchtigkeit kann zu Leckagen, Kurzschlüssen und sogar zu schweren Sicherheitsunfällen wie Bränden führen. Dies ist besonders kritisch bei Beleuchtungsanlagen, die an öffentlichen Orten eingesetzt werden, wo die Sicherheitsanforderungen höher sind. Die Wahl einer geeigneten IP-Einstufung ist nicht nur eine Garantie für die Produktleistung, sondern auch eine Verantwortung für die Sicherheit der Benutzer.

Der Unterschied zwischen IP-Bewertung und Wasserdichtigkeitszertifizierung
Viele Menschen verwechseln leicht IP-Ratings und Wasserdichtigkeitszertifizierungen, aber in Wirklichkeit handelt es sich um zwei verschiedene konzeptionelle Systeme, die jeweils ihre eigenen spezifischen Anwendungsbereiche und Bewertungskriterien haben.
Die IP-Einstufung ist ein umfassendes Schutzbewertungssystem, das nicht nur die Wasserdichtigkeit, sondern auch die Staubdichtigkeit umfasst. Es bewertet die Gesamtschutzleistung eines Produkts durch standardisierte Testverfahren.
Die Wasserdichtigkeitszertifizierung hingegen konzentriert sich speziell auf die Wasserdichtigkeit eines Produkts, wobei in der Regel unterschiedliche Prüfverfahren und Bewertungskriterien angewandt werden. So haben beispielsweise die japanische JIS-Norm für Wasserdichtigkeit und die amerikanische NEMA-Norm jeweils ihre eigenen Klassifizierungen und Prüfverfahren für die Wasserdichtigkeit. Diese Normen können in einigen Aspekten strenger oder detaillierter sein als die IP-Norm.
In der Praxis sind IP-Schutzarten aufgrund ihrer internationalen Universalität weit verbreitet, insbesondere in der Außenbeleuchtungsindustrie. Die meisten internationalen Marken geben die IP-Werte an, um den Benutzern den Vergleich und die Auswahl zu erleichtern. Wasserdichte Zertifizierungen werden jedoch eher in bestimmten Branchen oder Regionen verwendet.
Ist eine höhere IP-Einstufung immer besser?
Viele Menschen neigen dazu, die höchste IP-Schutzart (z. B. IP68) zu wählen, aber das ist nicht in allen Situationen notwendig:
- Höhere Kosten: IP68-Leuchten haben höhere Herstellungskosten und sind daher teurer.
- Erhöhte Komplexität der Installation: Einige hochgeschützte Leuchten erfordern Dichtungen, Silikon oder professionelle Installationsmethoden.
- Unnötiger Leistungs-Overkill: Wenn beispielsweise eine Wandleuchte, die unter einem Balkon installiert ist, die Schutzart IP68 hat, bringt das keinen praktischen Vorteil und verschwendet nur Geld.
Daher ist es rationeller, die “richtige” IP-Einstufung zu wählen. Die wahre Weisheit liegt in der genauen Abstimmung der IP-Einstufung auf die spezifischen Anwendungsanforderungen.
Schlussfolgerung
Anhand der detaillierten Analyse in diesem Artikel wird deutlich, wie wichtig die IP-Schutzarten bei der Auswahl von Außenbeleuchtungsarmaturen sind. Das richtige Verständnis und die richtige Anwendung der IP-Schutzarten gewährleisten einen langfristig stabilen Betrieb der Beleuchtungskörper. Bevorzugen Sie beim Kauf Produkte mit offiziellen IP-Kennzeichnungen und treffen Sie eine rationale Entscheidung auf der Grundlage Ihrer spezifischen Umgebung.
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Wenn Sie weitere Fragen zu den IP-Schutzarten von Beleuchtungskörpern haben, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht oder wenden Sie sich an unser Team von Beleuchtungsexperten!
FAQs
Sind Leuchten mit einem höheren IP-Schutzgrad haltbarer?
Nicht unbedingt. Eine hohe IP-Einstufung bedeutet nur, dass die Leuchte staub- und wasserdicht ist. Die Lebensdauer einer Leuchte hängt jedoch auch von den Materialien, der Wärmeableitung und dem Schaltkreisdesign ab. Wenn die Wärmeableitung unzureichend ist, kann selbst eine Leuchte mit Schutzart IP68 aufgrund der hohen Temperaturen einen schnelleren Lumenverlust aufweisen.
Sind Leuchten mit höheren IP-Werten teurer?
Normalerweise ja. IP65 ist teurer als IP44, und IP68 ist noch teurer.
Ist IP68 die beste Schutzart?
IP68 ist eine der höchsten Schutzklassen und bedeutet, dass das Gerät über einen längeren Zeitraum unter Wasser betrieben werden kann. Nicht jede Außenbeleuchtung erfordert jedoch ein so hohes Schutzniveau. Sofern es sich nicht um eine Unterwasserbeleuchtung handelt, ist IP65 bis IP67 normalerweise ausreichend.
Können Beleuchtungskörper ohne IP-Schutzart im Freien verwendet werden?
Sie wird nicht empfohlen. Leuchten ohne eine klar angegebene IP-Klassifizierung verfügen möglicherweise nicht über eine grundlegende Wasserdichtigkeit und sind anfällig für das Eindringen von Wasser, Kurzschlüsse oder Schäden in Außenbereichen.


